Neueröffnete Ausstellung im Stadtmuseum:
„Die Reichen und Schönen.
Die Schwarzenhäupterbruderschaft in Tallinn“

    Ankündigung der Ausstellung auf der Webseite des Tallinner Stadtmuseums. © 2025: Tallinner Stadtmuseum

Am Samstag, dem 22. November 2025, wurde im Tallinn City Life Museum die neue Ausstellung „Die Reichen und Schönen. Die Schwarzenhäupterbruderschaft in Tallinn“ eröffnet. Sie befindet sich im zweiten Stock des frisch renovierten Museums an der Vene-Straße 17 in der Tallinner Altstadt und ist dem legendären Bund der Schwarzenhäupter gewidmet, der Tallinn über Jahrhunderte zu einer wohlhabenden Handelsstadt mitprägte.

Der Anlass ist ein besonderes Jubiläum: 2025 jährt sich die erste urkundliche Erwähnung der Bruderschaft zum 625. Mal. Die Ausstellung zeichnet die Geschichte und Traditionen der Schwarzenhäupter vom 15. Jahrhundert bis in die Gegenwart nach und zeigt, wie sich ihre Rolle im städtischen Leben verändert hat – von einer Vereinigung unverheirateter Kaufmannsgehilfen und auswärtiger Händler hin zu einer modernen Bruderschaft, die heute wieder in Tallinn präsent ist.

Inhaltlich verbindet die Ausstellung Wirtschafts-, Sozial- und Kulturgeschichte: Sie zeigt, wie die Schwarzenhäupter zum Aufstieg Tallinns als hansische Handelsmetropole beitrugen, welche Bedeutung sie für das gesellschaftliche Leben, die militärische Verteidigung der Stadt und sogar für die Brandbekämpfung hatten. Ein Schwerpunkt liegt auf ihrem berühmten Sitz, dem Haus der Schwarzenhäupter, das mit seinen Hirschfußpokalen, der eindrucksvollen Porträtsammlung und reichem Silberschatz zu den repräsentativsten Gebäuden der Stadt zählte und wichtigen Gästen gern präsentiert wurde.

Die Besucherinnen und Besucher erhalten Einblick in Kunstschätze, Archivdokumente und heute noch im Besitz der Bruderschaft befindliche Objekte. Persönliche Geschichten von Mitgliedern machen die soziale Welt der hansischen Oberschicht greifbar und geben einen Eindruck von der ständisch geprägten Gesellschaft der Stadt. Die Ausstellung ist bewusst spielerisch und interaktiv gestaltet: Szenische Elemente, Hörstationen und Beiträge bekannter estnischer Schauspieler lassen die Figuren der Schwarzenhäupter „zu Wort kommen“ und schlagen eine Brücke zwischen mittelalterlicher Kaufmannswelt und Gegenwart.

Kuratiert wurde die Ausstellung von Anu Mänd, Professorin für Kunstgeschichte an der Universität Tartu, Pia Ehasalu, wissenschaftliche Direktorin des Tallinn City Museum, und Toomas Abiline, leitendem Kurator des Hauses. Für das Ausstellungsdesign zeichnet das Büro OÜ Lumia verantwortlich, realisiert wurde es von OÜ Pult. Das Ergebnis ist eine moderne Präsentation, die historisches Fachwissen, aufwendig inszenierte Objekte und ein einladendes Besuchererlebnis überzeugend verbindet.

Damit setzt das Tallinn City Life Museum nach seiner Erneuerung ein deutliches Zeichen: Die Geschichte der Schwarzenhäupterbruderschaft wird nicht nur als Kapitel der Stadtgeschichte erzählt, sondern als lebendiger Teil der Identität Tallinns, der auch heutige Zuschauerinnen und Zuschauer anspricht.

 

Ankündigung der Ausstellung auf der Webseite des Tallinner Stadtmuseums. © 2025: Tallinner Stadtmuseum