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NEUE AUSSTELLUNG im Stadtmuseum Tallinn

„Die Reichen und Schönen. Die Schwarzenhäupterbruderschaft in Tallinn“

Im zweiten Stock des Stadtmuseums Tallinn ist eine neue Ausstellung zu sehen, die der legendären Schwarzenhäupterbruderschaft gewidmet ist – jener Vereinigung, die maßgeblich dazu beigetragen hat, Tallinn zu einer wohlhabenden Handelsstadt zu machen.

Im Jahr 2025 jährt sich die erste urkundliche Erwähnung der Bruderschaft zum 625. Mal. Aus diesem Anlass präsentiert das Stadtmuseum Tallinn eine Ausstellung, die die Geschichte und die Traditionen der Schwarzhäupterbruderschaft vom 15. Jahrhundert bis in die Gegenwart nachzeichnet und zeigt, wie sich ihre Rolle im städtischen Leben im Laufe der Jahrhunderte gewandelt hat.

Die Ausstellung präsentiert die beeindruckenden Kunstschätze der Schwarzenhäupter, Archivdokumente sowie das Vermögen, das der Bruderschaft heute gehört. Die Besucherinnen und Besucher erwartet eine spielerische, interaktive Schau, die die Geschichte der Schwarzenhäupter – von den mittelalterlichen Kaufleuten bis zu den heutigen Mitgliedern – lebendig werden lässt und zeigt, wie eng ihre Geschichte mit derjenigen Tallinns verknüpft ist.

Die Schwarzenhäupterbruderschaft spielte über ein halbes Jahrtausend eine zentrale Rolle in der Geschichte und Kultur Tallinns. Sie entstand im Mittelalter als Vereinigung unverheirateter Kaufmannsgehilfen und auswärtiger Händler und wurde sowohl für ihr lebhaftes gesellschaftliches Leben als auch für ihre Unterstützung des Dominikanerklosters St. Katharina bekannt. Wenn Mitglieder heirateten und den Bürgereid ablegten, konnten sie der Großen Gilde beitreten oder andernorts eigene Geschäfte gründen.

Im Laufe der Jahrhunderte trug die Bruderschaft wesentlich zum Handel und zum gesellschaftlichen Leben der Stadt sowie zur militärischen Verteidigung und Brandbekämpfung bei. Ihr Hauptsitz, das Schwarzenhäupterhaus, entwickelte sich zu einem der prestigeträchtigsten Gebäude der Stadt und beherbergte eine herausragende Kunstsammlung, darunter Hirschfußpokale, eine bedeutende Porträtsammlung und Silbergerät, das den Gästen der Stadt mit Stolz präsentiert wurde.

Die Aktivitäten der Schwarzenhäupter in Tallinn wurden während der ersten sowjetischen Besatzung 1940 eingestellt, setzten sich jedoch im Ausland fort. Die moderne Schwarzenhäupterbruderschaft wurde 1961 in Deutschland als Rechtsnachfolgerin der historischen Organisation registriert und ist seit den frühen 2000er-Jahren auch in Tallinn wieder aktiv.

Die Ausstellung wurde von Anu Mänd, Professorin für Kunstgeschichte an der Universität Tartu, Pia Ehasalu, wissenschaftliche Leiterin des Stadtmuseums Tallinn, und Toomas Abiline, leitendem Kurator des Stadtmuseums Tallinn, kuratiert. Das Ausstellungsdesign stammt von OÜ Lumia, die Umsetzung von OÜ Pult, mit Beiträgen bekannter estnischer Schauspielerinnen und Schauspieler. Entstanden ist ein spielerisches und interaktives Ausstellungserlebnis.